Oldenburg. Die Stadt Oldenburg setzt sich seit langem gegen Diskriminierung, Rassismus und menschenfeindliche Einstellungen ein und hat sich zum Ziel gesetzt, eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in Oldenburg zu ermöglichen. Im Fachdienst Integration des Amtes für Zuwanderung und Integration wurde unter Leitung der Integrationsbeauftragten Aliz Müller nun eine eigene Stelle für Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit geschaffen, die diese Themen als gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe bearbeitet.
21. März: Internationaler Tag der Beseitigung von rassistischer Diskriminierung
Dass die Bekanntgabe der neuen Stelle genau heute erfolgt, ist kein Zufall: Der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Am 21. März 1960 wurden im südafrikanischen Township Sharpeville 20.000 gegen das rassistische Apartheidssystem protestierende Menschen von der örtlichen Polizei mit brutaler Gewalt ermordet. Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte diese rassistischen Morde zutiefst und ernannte den 21. März zum „Internationalen Tag der Beseitigung von rassistischer Diskriminierung“.
Seit 1966 wird weltweit, seit 1995 auch in Deutschland, im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ rund um dieses Datum an die Geschehnisse erinnert sowie durch vielseitige Veranstaltungen wie Lesungen, Workshops oder Podiumsdiskussionen der fortdauernde Rassismus thematisiert und ein klares Zeichen dagegengesetzt.
Diesjähriges Motto: Menschenwürde schützen
Das Motto der diesjährigen deutschlandweiten Wochen gegen Rassismus, welches von der gemeinnützigen „Stiftung gegen Rassismus“ für das Jahr 2025 benannt wurde, lautet „Menschenwürde schützen“. „Diesen Leitgedanken verstehen wir auch als grundsätzliche Haltung der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit: Alle Menschen haben ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe und Schutz vor Rassismus und Diskriminierung. Dafür setzen wir uns ein“, sagt die Integrationsbeauftragte Aliz Müller.
Vernetzungstreffen für Interessierte am 7. Mai
Zu den Aufgaben der neuen Stelle gehört es, über die Erscheinungsformen und Auswirkungen von Rassismen zu informieren und dafür zu sensibilisieren sowie Betroffene durch Empowerment zu unterstützen. Dies geschieht durch die Koordination und Initiierung von Fortbildungen, Workshops und Informationsveranstaltungen. Hierbei sollen die Angebote immer an den Bedarfen der Menschen in Oldenburg ausgerichtet werden. Deshalb spielt auch die Vernetzungsarbeit mit Zivilgesellschaft, Beratungsstellen und weiteren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eine zentrale Rolle.
Ein erstes Vernetzungs- und Austauschtreffen für Interessierte ist am Mittwoch, 7. Mai, geplant. Hier sollen Ideen und Anliegen für und an die zukünftige Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit in Oldenburg gemeinsam besprochen werden. Im Herbst sind eine Workshopreihe zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen von Rassismus sowie ein Empowerment-Workshop für von Rassismus Betroffene vorgesehen.
Weitere Infos und Ansprechpartner online zu finden
Viele Menschen nehmen Rassismus und Diskriminierung wahr, wissen jedoch oft nicht, an wen sie sich wenden können oder wo es weiterführende Informationen gibt. Deshalb werden künftig auf der Internetseite des Amtes für Zuwanderung und Integration die wichtigsten Informationen rund um die Themen Rassismus und Diskriminierung sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote in Oldenburg aufgeführt. Die Beratung von Betroffenen findet weiterhin durch qualifizierte Beratungsstellen wie der Antidiskriminierungsberatung bei IBIS e.V. sowie der Betroffenenberatung Niedersachsen, statt. Die neu geschaffene Stelle ist ebenfalls Ansprechpartnerin bei Fragen zu Antidiskriminierung und verweist bei Bedarf an die passenden Unterstützungsangebote.
Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.oldenburg.de/integration » sowie per E-Mail an antira[at]stadt-oldenburg.de.