Sich ein Bild von der Zukunft machen

20.09.2024

Sich ein Bild von der Zukunft machen

Oldenburg. Die nördliche Innenstadt verändert ihr Gesicht. Wie der Bereich, der sich etwa von der Lappankreuzung bis nördlich des Pferdemarktes erstreckt, in Zukunft aussehen könnte, darüber können sich Bürgerinnen und Bürger in einer vierwöchigen Ausstellung im „CORE“, Heiligengeiststraße 6, informieren und eigene Ideen einbringen. Ab Donnerstag, 26. September, zeigt das Stadtplanungsamt dort den Entwurf des Rahmenplanes für das seit Anfang 2023 bestehende Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“, für das die Stadt Fördermittel in Höhe von 18,5 Millionen Euro eingeworben hat. Zudem sind drei geführte Spaziergänge durchs Sanierungsgebiet geplant. „Wer mehr über die Visionen und Ideen für eine lebenswertere Innenstadt erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, die Ausstellung im ‚CORE‘ zu besuchen und an einem der Rundgänge teilzunehmen“, sagt Eike Schnitker, Leiter des Fachdienstes Städtebau und Stadterneuerung.

Fachleute haben Ideen erarbeitet
Die sogenannte Rahmenplanung ist Voraussetzung, um die Ziele der Sanierung festlegen und daraus in den kommenden Jahren bis 2036 konkrete Projekte entwickeln und umsetzen zu können. Sie muss vom Stadtrat beschlossen werden. Hierfür hat eine mit einem Verkehrsplanungsbüro (SHP Ingenieure, Hannover), einem Städtebauer (Machleidt, Berlin) und einem Landschaftsplaner (lad+, Hannover) interdisziplinär besetzte Bürogemeinschaft im Auftrag der Stadt Oldenburg innovative Ideen zur Entwicklung der nördlichen Innenstadt erarbeitet.

Meinungsbox für Anregungen
Die Konzepte für die Bereiche nördlich und südlich der Bahngleise werden allen Interessierten in der Ausstellung präsentiert. Sie ist bis zum 24. Oktober im „CORE“ zu sehen und jeweils montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung haben auch die Gelegenheit, Anregungen in einer Meinungsbox abzugeben.

Bindeglied zwischen Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen
Die Stadterneuerung in der nördlichen Innenstadt soll die Funktion dieses Bereiches als Bindeglied zwischen dem Stadtnorden und der Innenstadt stärken und somit auch die Ränder der Innenstadt attraktiver für den Aufenthalt von Menschen aller Altersgruppen machen. Ein wichtiges Element der Planung ist dabei die Aufwertung des Pferdemarktes und der angrenzenden Bereiche. Vorgesehen sind größere Veränderungen – unter anderem zur Entsiegelung von Flächen und zur Steigerung der Attraktivität für den Aufenthalt in der nördlichen Innenstadt. Damit verbunden sind auch Maßnahmen zur Neuorganisation des fließenden und ruhenden Verkehrs und zur Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs. In den Blick nimmt die Planung auch die Weiterentwicklung brachliegender Flächen wie zum Beispiel die Nachnutzung des früheren Finanzamt-Areals an der 91er Straße.

Parkplätze sollen konzentriert werden
Ein wesentliches Entwicklungsziel ist es, den Pferdemarkt als Marktplatz und Veranstaltungsfläche zu stärken. Der Entwurf sieht vor, die bisher den Raum dominierenden ebenerdigen Stellplätze in flächeneffizientere Lösungen zu verlagern. Die Parkplätze auf der heutigen Marktfläche sollen in einem neuen dreigeschossigen Gebäuderiegel parallel zur Bahn gestapelt werden und somit wetterunabhängiges, komfortables und barrierefrei erreichbares Parken ermöglichen. Zu Wochenmarktzeiten werden dann im Verbund mit der zu sanierenden Tiefgarage „Am Stadtmuseum“ sogar mehr Abstellmöglichkeiten angeboten werden als heute. Auch unter klimatischen Gesichtspunkten ist eine Konzentration der Parkplätze und Auflockerung der versiegelten Flächen, soweit es mit dem Wochenmarkt vereinbar ist, sinnvoll.

Sanierungszeitraum endet 2036
Die Rahmenplanung stellt eine übergeordnete Planungsebene als Basis für die weitere Entwicklung des Quartiers dar und ist in den kommenden Jahren – der Sanierungszeitraum endet 2036 – in Form eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes fortzuschreiben und so Stück für Stück zu konkretisieren. Dies soll beispielsweise über gesonderte Planungswettbewerbe geschehen.

Drei Rundgänge durchs Sanierungsgebiet
Flankierend zur Ausstellung wird es am Donnerstag, 26. September, sowie an den Dienstagen, 15. und 22. Oktober, geführte Rundgänge durch das Sanierungsgebiet geben. Startort für diese rund eineinhalbstündigen Rundgänge ist jeweils um 17 Uhr vor dem Standesamt, Pferdemarkt 12. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kosten und Fördermittel
Das Land Niedersachsen hat das etwa 20 Hektar große Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ in das Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“ aufgenommen. Neben der „Unteren Nadorster Straße“ ist dies das zweite Oldenburger Gebiet mit diesem Förderschwerpunkt. Die Gesamtkosten und die Fördermittel wurden im Rahmen der in den Jahren 2020 und 2021 erstellten sogenannten „Vorbereitenden Untersuchungen“ ermittelt. Die Gesamtkosten belaufen sich demnach auf circa 30,7 Millionen Euro. Förderfähige Kosten ergeben sich in Höhe von circa 18,5 Millionen Euro. Die Kosten- und Finanzierungsplanung wird über den Zeitraum der Sanierung weiter fortgeschrieben und konkretisiert.

Karte: Stadt Oldenburg
Hier wird in den kommenden Jahren eine Menge passieren: Innerhalb des markierten Bereiches befindet sich das Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“. Karte: Stadt Oldenburg