Wissenschaft und Praxis ziehen an einem Strang

Neuauflage geplant: Handlungskonzept gegen Schulabsentismus

Die 2015 besiegelte Kooperation zwischen dem Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität als renommiertes Forschungsinstitut zum Thema Schulabsentismus und dem Team Wendehafen, das als Übergangsmanagement Schule-Beruf seit 2011 die Schulversäumnisverfahren für die Schulen im Stadtgebiet abwickelt, trägt Früchte. Zum zweiten Mal wurde gemeinsam ein Fachtag zur Prävention von Schulversäumnissen mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Schulen sowie einigen Netzwerk- und Kooperationspartnern, die an der Verringerung von Schulversäumnissen arbeiten, abgehalten. Der Fachtag fand am Mittwoch, 6. November 2019, mit rund 60 Teilnehmenden im „Schlauen Haus“ in Oldenburg statt.

Fachtage zur Vorbereitung des neuen Handlungskonzepts
Ziel der beiden Fachtage war die Erstellung einer 2. Auflage des Oldenburger Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus, das in der aktuellen Form seit 2011 in Kooperation der Oldenburger Schulen mit dem Team Wendehafen umgesetzt wird. So hat der erste Fachtag vor zwei Jahren den aktuellen Forschungsstand zu Ursachen, Ausprägungen, Dynamik und Risiken von Schulabsentismus sowie Umgangsweisen und Interventionsmöglichkeiten behandelt. Außerdem wurde die aktuelle Verfahrensweise und die Entwicklung von Schulabsentismus in der Stadt Oldenburg seit Anwendung des Handlungskonzepts unter die Lupe genommen. In Workshops konnten Erfahrungen mit dem Verfahren ausgetauscht und Anregungen, Ideen sowie Wünsche der Schulen eingeholt werden.

Fokus auf Prävention von Schulversäumnissen
Am zweiten Fachtag wurde nun gemeinsam besprochen, wie diese Ergebnisse in die Neuauflage des Oldenburger Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus Einzug halten sowie welche Aktualisierungen und Änderungen zu berücksichtigen sind. So wird die Neuauflage des Handlungskonzepts unter anderem einen Fokus auf die Prävention von Schulversäumnissen legen – ein Ergebnis der Forschungen zu Schulabsentismus. Dies soll zum Beispiel durch die engere Begleitung von Grundschulen erfolgen, aber auch durch die konkrete Entwicklung schulinterner Interventionskonzepte, die in den Workshops am Nachmittag von den Schulen behandelt wurden. Hierzu gab es einen fachlichen Input aus der Wissenschaft zu Handlungskonzepten im Umgang mit Schulabsentismus sowie ein Praxisbeispiel aus der Oberschule Osternburg, die mit Begleitung durch das Team Wendehafen und dem Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik ein solches schulinternes Handlungskonzept erfolgreich entwickelt hat. „Schulabsentismus ist eine unterschätzte Gefahr, die im Schulabbruch enden kann. Deswegen sind präventive Maßnahmen dringend notwendig, die auch schon durch eine Verbesserung der Beziehungsqualitäten und der Anbindung an die Schule erreicht werden kann“, appelliert Prof. Dr. Heinrich Ricking von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Neuauflage für Sommer 2020 geplant
Die Neuauflage des Oldenburger Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus soll zum neuen Schuljahr im Sommer 2020 in Kraft treten und das bis dahin seit neun Jahren gültige aktuelle Handlungskonzept ablösen. „Mit diesen beiden Fachtagen haben wir Wissenschaft und Praxis erfolgreich zusammengeführt und hervorragende Ergebnisse erzielt“, freut sich Clarissa Dennerlein vom Team Wendehafen, „besonders das Engagement der Schulen für dieses Thema motiviert uns noch extra.“