Die Ringpfeilerhalle in Eversten

Gedenken an zwei Weltkriege im Oldenburger Stadtbild
Seit Anfang November 2019 gibt eine städtische Informationsvitrine Auskunft über die Geschichte des Everster Denkmals für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Die so genannte Ringpfeilerhalle liegt an der Autobahnabfahrt Eversten, an der Ecke Hauptstraße/Prinzessinweg. Es ist bereits die zweite Informationsvitrine, die durch ein studentisches Projekt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg initiiert und von Studentinnen bearbeitet wurde. Auch die Vitrine am Friedensplatz zur Geschichte der Friedenssäule, die im Sommer 2018 aufgestellt wurde, gehört dazu.

Bestandteil der Everster Stadtteilkultur
Der Entwurf für die Ringpfeilerhalle stammt von Stadtbaurat Jean Robert Charton (1881-1963), der das Denkmal als offenen Rundtempel geplant hatte. Ab dem 1. August 1924 war Eversten eingemeindet und offiziell Stadtteil von Oldenburg, so dass die Stadt die Bauleitung zu verantworten hatte. Zahlreiche Kriegervereine und Ortsgruppen am Garnisonsstandort Oldenburg sowie die neugegründete bürgerschaftliche Denkmalskommission Eversten finanzierten das Denkmal. Es sollte zunächst im Everstenholz errichtet werden, wurde dann aber für den jetzigen Standort und als Teil eines städtischen Zentrums mit Turnhalle und großem Sport- und Kinderspielplatz geplant. Nach Errichtung der Ringpfeilerhalle ließ sich ein solches Ensemble jedoch nicht verwirklichen und die Ringpfeilerhalle blieb der einzige realisierte Bau auf diesem Areal. Am Totensonntag, 22. November 1925, wurde das Denkmal ehrenvoll eingeweiht und der Stadt übergeben. Im Laufe der Jahre wurde es dann zum Bestandteil der Everster Stadtteilkultur und war bei Kindern und Jugendlichen als Platz zum Spielen sehr beliebt.

Restauration der Gedenktafeln
Die vier Gedenktafeln im Innern der Ringpfeilerhalle führen insgesamt 244 Gefallene des Ersten Weltkrieges auf, die aus den Ortsteilen Eversten I bis IV, Hundsmühlen, Nord- sowie Südmoslesfehn stammten. Die ersten zwei Gedenktafeln wurden im Jahr 2019 durch die Stadt restauriert, da witterungsbedingt die hier aufgeführten Namen unleserlich geworden waren. Die beiden anderen folgen im Jahr 2020.

Im Zentrum der Ringpfeilerhalle steht eine Sandsteinskulptur des Oldenburger Bildhauers Max Gökes. Die ursprünglich vergoldete Skulptur, ein Symbol der Ewigen Flamme, stand dort bis 1953. Dann wurde sie entfernt und blieb unbeachtet im Gebüsch hinter dem Denkmal liegen. Anstelle der Skulptur wurde auf Initiative des Everster Bürgervereins ein großes Kreuz aus Sandstein errichtet. Es trägt die Inschrift „Den Opfern der Weltkriege 1914-18 – 1939-45. Ihr Sterben war ihres Lebens größte Tat“ – Worte, die sich mit unseren Kenntnissen über die beiden Weltkriege nicht mehr vereinbaren lassen.   

Seit 2007 stehen nun das Kreuz und die Ewige Flamme gemeinsam und als Ausdruck eines völlig anderen Verständnisses der Geschichte in der Ringpfeilerhalle.