28.06.2018

Jochen Mühlenbrink: Falz. Malerei

Oldenburg. Das Stadtmuseum Oldenburg zeigt vom 30. Juni bis 12. August die Ausstellung „Jochen Mühlenbrink: Falz. Malerei“. „Unter den im Nordwesten Deutschlands tätigen Künstlern gehört Jochen Mühlenbrink ohne Zweifel zu den herausragenden Vertretern. In dieser umfangreichen Werkschau werden seine erstaunlich vielfältigen künstlerischen Ansätze aktuell und umfassend gewürdigt.“, sagt Stadtmuseumsleiter Dr. Andreas von Seggern. „Falz. Malerei“ wird am Freitag, 29. Juni, um 19.30 Uhr in Anwesenheit des Künstlers eröffnet.

Jochen Mühlenbrink lebt und arbeitet in Düsseldorf und Oldenburg. Seine Kunst will vermeintliche Leerstellen, Rückräume und Nebenwege der Kunst markieren und sogleich an die Verblüffung und Faszination des Illusionismus anschließen. Mit „Falz“ im Titel geht Mühlenbrink auf die Umbrüche und Kanten ein, an denen sich Flächen und Formate wenden und neue Ebenen einziehen.

„Jochen Mühlenbrinks Werk ist ein malerisch begeisterndes, ebenso hintersinniges wie heiteres Spiel mit Vielschichtigkeit und Korrespondenz, mit Fallen und Verführungen“, beschreibt Rainer Bessling, Kunstkritiker und Redner bei der Vernissage, und ergänzt: „In ihren visuellen Verwirrungen lassen uns seine Gemälde nicht in Ruhe. Im Gegenteil, sie fordern unsere aktive Wahrnehmung ein und bringen uns zu neuen Ufern, fordern uns klarer zu sehen und geklärter zu denken.“

Für „Falz. Malerei“ hat Jochen Mühlenbrink eine Serie von Holzmustern angefertigt, bei denen er mit dem Verhältnis zwischen Bildträger und Bildinhalt spielt, den Maluntergrund zum Motiv befördert und den Betrachter rätseln lässt, ob es sich um pure Maserung des Grundstoffes oder ein gemaltes Imitat handelt. Ebenso zeigt Jochen Mühlenbrink Bilder, die mit Luftpolsterfolie bedeckt sind und wirft so immer wieder die Frage nach dem Gehalt und dem Inhalt der so eingehüllten Bilder auf. Seine Arbeiten, die abgerissene Fetzen auf Plakat- und Hauswänden zeigen und damit an die Décollage der Neuen Realisten um 1960 erinnern, gehen vom Impuls des Betrachters aus, das Werk weiterzudenken. Mühlenbrinks „Fensterbilder“ erinnern an einen Zeitvertreib im Zug oder im Auto, auf beschlagene Scheiben Formen und Figuren zu malen. Mühlenbrink malt einfache Kreise in ein Bild, das zwischen vermeintlicher Schärfe und Unschärfe changiert − so entsteht stets ein Bild im Bild, während Vorder- und Hintergrund miteinander und mit der Zeichenfläche interagieren.

In Freiburg 1980 geboren, studierte Jochen Mühlenbrink bis 2007 als Meisterschüler von Markus Lüpertz an der Kunstakademie in Düsseldorf. In über 50 Museen, Kunstvereinen und Galerien, darunter der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, dem NRW Forum für Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf, dem Kunstmuseum Solingen, der Kunsthalle Wilhelmshaven, dem Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg oder der Kunsthalle Rotterdam, wurden seine Werke ausgestellt. 2010 erhielt Mühlenbrink den Förderpreis Malerei der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, 2012 den Bergischen Kunstpreis des Kunstmuseums Solingen und der National-Bank Wuppertal. Mehrere Ausgaben der für die Rezeption zeitgenössischer Kunst wichtigen Zeitschrift „Plateau“ würdigten sein Werk.

Ein Katalog zu Jochen Mühlenbrinks Arbeiten ist für 34 Euro im Museumsshop erhältlich.

Kurator: Dr. Andreas von Seggern

Die Ausstellung wird von den Öffentlichen Versicherungen Oldenburg und der Landessparkasse zu Oldenburg unterstützt.