22.01.2021

Erinnerung vor Ort und im virtuellen Kinosaal

Oldenburg. Seit 2017 organisiert das Kulturbüro der Stadt Oldenburg mit seiner Reihe „Living History“ Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Regisseurinnen und Regisseure, Musikerinnen und Musiker, Literatinnen und Literaten sowie Schülerinnen und Schüler haben sich in diesem Rahmen mit ihren Arbeiten und Forschungsergebnissen zum Nationalsozialismus präsentiert und mit dem Publikum ausgetauscht. So hat sich im Laufe der Jahre eine Kultur der Erinnerung anlässlich dieses Gedenktages entwickelt.

Seit dem vorigen Jahr verantworten neben dem Kulturbüro der Stadt auch das Cine k/Medienbüro Oldenburg, der Förderverein Internationales Fluchtmuseum, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e.V., die Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, die Gedenkstätte Wehnen sowie der Freundeskreis für Sinti und Roma Oldenburg e.V., das Kulturzentrum Anna-Schwarz RomnoKher in Oldenburg und die VHS Oldenburg das vielseitige Programm für diese Veranstaltungsreihe.

Für 2021 mussten sich die Kooperationspartner vom Gedanken an eine gemeinsame Veranstaltungsreihe zu diesem Anlass verabschieden. „Zu sehr fordert Covid-19 uns derzeit alle zu großer Umsicht im Umgang miteinander auf und lässt nicht zu, was wir im letzten Jahr an diesem gemeinsamen Programm geschätzt haben: regen Austausch, gute inhaltliche Auseinandersetzungen und lebhafte Diskussionen“, bedauert Kulturbüro-Leiterin Paula von Sydow.

Und doch wird es zwei Veranstaltungen anlässlich des Holocaust-Gedenktages geben: Der Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. und das Kulturzentrum Anna-Schwarz
RomnoKher laden am Mittwoch, 27. Januar, um 12 Uhr zu einem Treffen am Gedenkstein für die 74 Opfer der Oldenburger Sinti am Friedhofsweg ein. Im Anschluss wird in der Auferstehungskirche der Opfer gedacht, woran Corona-bedingt nicht mehr als 40 Personen teilnehmen dürfen.

Am Sonntag, 31. Januar, um 17 Uhr zeigen Cine k, Evangelische Akademie, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Medienbüro Oldenburg die Dokumentation „Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde“. Die von Regisseurin Nicola Alice Hens vor der Vorführung gegebene Einführung, die Präsentation des Filmes im virtuellen Kinosaal sowie das anschließende Gespräch zwischen der Regisseurin und Brigitte Gläser, der Leiterin der Evangelischen Akademie Oldenburg, werden digital organisiert. Den Zugang zur Veranstaltung und damit auch die Möglichkeit, an der anschließenden Diskussion teilzunehmen, erfolgt nach Anmeldung per E-Mail an info@cine-k.de.

Über den Film: „Chichinette“ gibt Einblicke in die bisher kaum bekannte Geschichte von Marthe Cohn alias Chichinette. In den Kriegswirren entscheidet sich die französische Jüdin, als Spionin der Alliierten in Nazi-Deutschland für das Ende des Krieges zu kämpfen. Ihre Mission gelingt, doch nach dem Krieg redet sie 60 Jahre lang mit niemandem darüber. Heute, im Alter von 100, bereist sie die Welt, um ihre Geschichte mit der jungen Generation zu teilen. Denn sie weiß: Viel Zeit bleibt ihr nicht.